Letzte "Talkschau" vor der Sommerpause WN 31.05.17

Die letzte Talkschau von Elfriede Möllenbaum vor der Sommerpause Intime Geständnisse und zarte Verse

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Elfriede Möllenbaum hatte mit Prof. Dr. Jan Achim Lichtenberger, Matthias Menne und Markus von Hagen (v. l.) wieder illustre Gäste zur Talkschau geladen.

Achim Lichtenbergers Berufsplanung war von vornherein zutiefst vernunftsbasiert. Als zukünftiger Volkswirt würde man schon sein Auskommen haben. Doch dann führte eine „Herz über Kopf“-Entscheidung dazu, dass Lichtenberger als junger Mann trotz sogar bereits vollzogener Einschreibung an der Uni nicht eine VWL-Vorlesung besuchte. Stattdessen studierte er lieber Archäologie. Und es kam, wie es kommen musste: „Nach der Promotion war ich arbeitslos. Das Übliche bei Archäologen.“

Wer es wie Elfriede Möllenbaum schafft, dass die Gäste über derartige innere Abgründe öffentlich sprechen, muss einiges drauf haben. Große Interviewkunst war das, die die Zuschauer am Dienstagabend im Boulevard Münster erlebten.

Neben Achim Lichtenberg, inzwischen Professor für Archäologie und Leiter des Archäologischen Museums der Uni Münster, erlagen anschließend auch „Antenne Münster“-Redakteur Matthias Menne und der Kabarettist und Rezitator Markus von Hagen Elfriede Möllenbaums Charme. Frau Möllenbaum schaffte sie alle. Zugleich war es die letzte Runde mit der Talkschau-Dame vor der Sommerpause.

Gerechtigkeit muss sein: „Dann muss ich bei Herrn Menne natürlich genauso überziehen“, begann sie nach einer knappen Dreiviertel Stunde das Gespräch mit ihrem zweiten Gast. „Sie sind in Olpe aufgewachsen?“ „Ja, knappe vier Stunden lang. Damals war es üblich dass Kinder im Krankenhaus zur Welt kommen.“ „Ach so, und wo sind sie dann hingezogen?“ „Nach Elspe, mein Vater war dort Lehrer. Anschließend ging´s nach Paderborn. Und irgendwann nach dem Studium und freier Mitarbeit beim WDR bin ich dann bei Antenne Münster gelandet. Hört jemand Antenne Münster?“ Viele im Publikum zeigen auf. Frau Möllenbaum darauf schnippisch: „Ich höre auch Antenne Münster, sonst hätte ich ja gar nicht gewusst, wer sie sind.“

Im „Kappe App“-Ensemble schnitten sich irgendwann Mennes Wege mit denen des dritten Talkgastes, dem Rezitator Markus von Hagen. Der gab im Boulevardtheater preis, dass er bis zu seiner Hochzeit Schmidt hieß. Und dass er aus der Bibel ein ganzes Abendprogramm ziehen kann: „Jesus Christ, Kabarettist“.

Frei nach Wilhelm Busch rezitierte Hagen sodann: „Meines Lebens schönster Traum ist Elfriede Möllenbaum.“ Anschließend gab es noch weitere Höhepunkte, wie „O Möllenbaum, O Möllenbaum“ und umformulierte Möllenbaum-Verse von Heine, Goethe und Rainer Maria Rilke.

Von Ulrich Coppel

Polizeipräsident gibt Schuhputz-Tipps

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Kühlbrillen gab es am Ende der 

Münster - 

Münster neuer Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch, Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura, Schauspielerin Regine Andratschke und Musiker Richie Alexander Jung („Dr. Ring-Ding“) waren die Gäste in Elfriede Möllenbaums „Talkschau“ im Boulevard. Und es wurden private Geständnisse gemacht. . .

Von Heike Eickhoff

Man müsse Omas Seidenschal über die Schuhbürste ziehen, damit es blitzeblank wird. Münsters Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch kennt sich in Haushaltsfragen aus. Was Elfriede Möllenbaum, die etwas andere Talkmasterin, mit den Perlen klirrend schlagfertig konterte: „Unser Polizeipräsident gibt uns Ratschläge, wie man Schuhe putzt!“

Unterhaltsam und gut auf ihre vier Gäste vorbereitet, lud „Frau Möllenbaum“ am Mittwochabend in das Boulevard. Und lobte keck Hans-Joachim Kuhlisch: „Das muss man mal offen sagen: Sie haben kein Parteibuch und sind trotzdem Polizeipräsident geworden.“ Über Jugend, Studium und Familie befragte sie ihn selbstverständlich auch und brachte so den neuen Polizeichef den Zuschauern näher – nicht nur als brillanten Schuhputzer.

Neben Kuhlisch waren Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura, Schauspielerin Regine Andratschke und Musiker Richie Alexander Jung („Dr. Ring-Ding“) zu Gast. Ventura begrüßte sie mit einem ihrer gereimten Kalauer: „Zweitausendsieben hat es ihn zu uns getrieben.“ Ventura studierte in Rom und Wien, lebt in Deutschland, spricht Französisch mit seiner bulgarischen Frau und verbringt gern Zeit in der Schweiz. Ob er sich als Italiener in Deutschland fühle? Nein, Europäer sei er, und geschlossene Grenzen seien für ihn nicht vorstellbar. Das Publikum stimmte dem mit Applaus zu. Kleidung kaufe er gar nicht gern, erfuhr Möllenbaum: „Ich hasse es, in eine Umkleidekabine zu gehen!“ Kuhlisch hingegen geht gern durch die Geschäfte. Regine Andratschke gestand: „Ich kaufe fast alles in Second-Hand- Läden.“ Möllenbaum staunte nicht schlecht, dass die schlanke Schauspielerin am Beginn ihrer Karriere ziemlich moppelig gewesen sei und deshalb Schildkröten spielen musste.

Richie Alexander Jung erklärte, dass Ska-Musik viel karibische Einflüsse habe. „Wat is’ Ska? Ich kenne Ski, also Schilaufen!“, platzte es aus Möllenbaum heraus. Jung (mit Worten ebenso gewandt wie mit Posaunentönen und Gesang) konterte, indem er fortan jedes englische Wort ins Deutsche übersetzte und Möllenbaum zugleich einlud, sein neues Video auf dem Internetportal „Dein Röhre“ anzuschauen. Zur Halbzeit sang er ein ruhiges französisches Chanson über ein kleines Dorf – und erhielt viel Beifall dafür.

Am 8. März ist Frau Möllenbaum wieder mit Gästen im Boulevard-Theater auf der Bühne zur „Talkschau“.

Möllenbaums Talkschau erstmalig im Boulevard-Theater

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Spaß im Boulevard (v.l.): Lennart Thies, Angelika Ober und Elfriede Möllenbaum freuten sich über die Ballon-Blume von Lars Börge Eduard. Foto: heh
Münster -

Elfriede Möllenbaum hatte sich für die erste Talkshow im Boulevard Münster schick gemacht: das kecke goldglitzernde Halstuch zur ebenfalls golddurchwirkten Strickweste, darüber ein leichtes Jäckchen und glänzender Schmuck. Doch ebenso glänzte Möllenbaum als Talkmasterin, brachte Publikum und Gäste zum Lachen und stellte, gut vorbereitet, interessante Fragen.

Das Grotemeyer, die angestammte Heimstätte dieser Talkshow, wird derzeit umgebaut: „Café Grotemeyer ist fast wie der Berliner Flughafen, es wird einfach nicht fertig!", schmunzelte Möllenbaum, die ab April wieder dort Gäste empfangen will.
Vier Gäste hatte Möllenbaum im Theater in der Königspassage dabei: Boulevard-Prinzipalin Angelika Ober, Schauspielerin Michaela Fleischer, Musiker Lars Börge Eduard und Rundfunkmoderator Lennart Thies.
Ober erzählte vom Schauspielstudium in Salzburg und dass bei einer Aufnahmeprüfung an einer anderen Schauspielhochschule die Jury sie als „Antitalent" bezeichnet habe, und berichtete von ihrer Arbeit an vielen Bühnen, so an den Städtischen Bühnen, der arbeitsintensiven Gründungsphase und dem täglichen Überleben ihres nicht subventionierten Privattheaters.
Lars Börge Eduard ist der Pianist von Frau Möllenbaum und kam als nächster. Er steuerte mit dem „Hang" sanfte Klänge bei, einem Schlaginstrument ähnlich einem doppelten Wok.
„Sie bringen einen Hauch von Hollywood hier herein: Sie wollen ihr Alter nicht verraten", begrüßte Möllenbaum anschließend die Boulevard-Schauspielerin Michaela Fleischer. Der Liebe wegen kam sie einst von Wien nach Münster. Rundfunkmoderator Lennart Thies verriet schließlich das Rezept für einen „Schwuppdiwup"-Cocktail mit viel Rum und dass er Weihnachten immer ein fünfgängiges Menü für die ganze Familie kocht.

Von Hexen und einer Fünf im Malen Otmar Alt in der „Talkschau“ von Frau Möllenbaum

In der Talkschau von Frau Möllenbaum war jetzt der Künstler Otmar Alt zu Gast. Foto: Heike Eickhoff
Frau Möllenbaum freut sich. Hat sie doch zu ihrer 30. „Talkshow" einen bekannten Künstler zu Gast. Und der wird im Café Grotemeyer mit Reimen empfangen: „Dieser Mann lässt mich nicht kalt, ich freue mich auf Otmar Alt!

Von-Hexen-und-einer-Fuenf-im-Malen-Otmar-Alt-in-der-Talkschau-von-Frau-Moellenbaum1 image 630 420f wnFrau Möllenbaum und Alt sitzen entspannt auf dem Sofa und plaudern über Leben, Kunst und den alltäglichen Wahnsinn – äußerst unterhaltend und zugleich informativ. Denn Möllenbaum weiß von der ersten Minute an, wie man Interviews führt: „Woher kommen sie?" Alt: „Ich komme aus dem Harz, aus Wernigerode, und liebe Hexen über alles." Möllenbaum: „Haben sie mal eine gesehen?" Alt: „Ich habe schon mehrere gehabt!"
Und weil beide so wohlerzogen dazu lächeln ist nach diesen ersten Sätzen das Eis komplett gebrochen. Möllenbaum geht respektvoll mit Schicksalsschlägen um, übergeht sie nicht, aber steuert das amüsante Gespräch sicher wieder in heitere Gewässer.
So erfahren die Zuschauer, dass Alt als Schüler „in Malen eine Fünf" hatte. Er hab schlicht „die Mickey Mouse gemalt". Das war Anfang der 50er Jahre nicht im Sinne des Kunstlehrers, erklärt Alt. Sein Studium finanzierte er als Plakatmaler für Kinos (er malte die großen Kinoplakate nach kleiner Druckvorlage) und Jazzmusiker, denn Alt spielte Klarinette und Saxofon in einer Combo. Da seine Mutter ihn „mit 18 Jahren rausgeworfen" hatte. Alt stand früh auf eigenen Füßen.
Und was war mit den Frauen? „Sie waren ja ein Schwerenöter. Vielleicht sind sie das immer noch?" sinniert Frau Möllenbaum und schaut Alt unter ihrem Hütchen her in die Augen. „Oskar sitzt und guckt und macht nichts mehr", ergänzt Möllenbaum mit Hinweis auf ihren fiktiven Gatten.
Dann klingelt ihr traditioneller Neun-Uhr-Wecker: „Ruft Dein Freud Dich an?" frotzelt Alt, doch Möllenbaum erklärt, dass nun Schluss sei. Na ja, noch ein bisschen dürfe sie überziehen. Das Publikum applaudiert begeistert.
Westfälische Nachrichten 10.01.2013

Interview mit Frau Möllenbaum

Münster - „Hallöchen". Mit dieser Begrüßung heißt Elfriede Möllenbaum regelmäßig Prominente zu ihrem Plauderstündchen willkommen. Dabei fühlt die fröhliche Rheinländerin mit dem Pelzkäppchen ihren berühmten Gästen stets auf den Zahn. WN-Mitarbeiterin Jennifer von Glahn hat mit der 75-Jährigen gesprochen.Interview mit Fraum Moellenbaum
Frau Möllenbaum, was wollen Sie von den Prominenten wissen?
Möllenbaum: Och, meist frage ich, wie der Lebensweg war, was die Menschen gern nebenbei machen, wie sie den letzten Urlaub verbracht haben. Ich plaudere gern.
Sind Sie aufgeregt, wenn Sie berühmte Leute zum Kaffee empfangen?
Möllenbaum: Oh ja, ich weiß nämlich nie, was mich erwartet. Ich bereite mich selten vor. Mein Sohn Willi sucht schon mal Informationen aus dem Internet raus.
Dort findet man ja auch vieles über sie. Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit gerne?
Möllenbaum: Mein neuestes Hobby ist das Schreiben. Ich habe gerade mit einem Buch angefangen. Ich dachte mir, was der Bohlen kann, das kann ich auch. Ich habe schließlich genug erlebt bei meinen Plauderstündchen und Stadtführungen.
Was war denn Ihr schönstes Erlebnis?
Möllenbaum: Am schönsten ist es immer, wenn kleine Kinder nach der Stadtführung zu mir kommen und ganz interessiert noch mal alles nachfragen.
Kennen Sie sich als gebürtige Rheinländerin denn so gut in Münster aus?
Möllenbaum: Ich wohne schon seit 50 Jahren hier, die Liebe zu meinem Mann Oskar hat mich hierher verschlagen. Zuerst waren es nur Besuche, und schwupp die wupp wurde aus der Liebe zu Oskar die Liebe zur Stadt.
Eine Liebe zum Pelz haben Sie auch, oder? Sie sind nie ohne ihr Käppchen zu sehen.
Möllenbaum: Das ist ein echter Nerz, den hat mir mein Oskar geschenkt. Seitdem ist das Käppchen mein Glücksbringer. Mein Geschenk an Oskar ist, dass ich den Pelz sommers wie winters trage. Außerdem möchte ich ja für meine Gäste fein sein.
Wen möchten Sie denn noch mal gerne treffen?
Möllenbaum: Udo Lindenberg, den finde ich gut. Ich ziehe mein Pelzkäppchen nie aus und er seinen Hut auch nicht. Das ist unsere Gemeinsamkeit.
Hören Sie auch seine Musik?
Möllenbaum: Ja auch. Am liebsten mag ich aber die Gruppe Silbermond, die machen so romantische Musik.
» Plauderstündchen, Mittwoch, 10. März, 20 Uhr, Café Grotemeyer, Salzstraße 24. Zu Gast ist Politiker Winni Nachtwei.

Steffi Stephan auf Möllenbaums Sofa

Ein Stück Kuchen und ein kleines Schwätzchen, das ist alles, was Elfriede Möllenbaum braucht, um glücklich zu sein, Die „Münsteranerin von Herzen" hat sich mit witzigen Stadtführungen einen Namen gemacht....
Dass Stephan schon mit Harry Belafonte die Bühne geteilt hat war zu erfahren und auch, dass es ein Gerücht sei, dass das Panikorchester in Hamburg entstanden sei....
...Obwohl er erst am Mittag trainiert hatte, reichte es noch dafür, ein paar Hantelübungen vorzuführen.
...kitzelte Elfriede Möllenbaum ein pikantes Detail aus dem jung gebliebenen Altrocker, der mit einem Lachen anfügte, dass er mehr goldene Schallplatten aus der Zusammenarbeit mit Peter Maffay habe ...
...Obwohl sie selbst nur „In Frühtau zu Berge" auf der Flöte spielen könne, habe sie etwas mit Udo Lindenberg gemeinsam. „Ich setze mein Fellmützchen ja auch nie ab", sagte die die rüstige Rentnerin.
„Hoffentlich haben Sie aber etwas Anderes darunter", erwiderte Steffi schlagfertig.
Westfäische Nachrichten, Samstag, 13. Juni 2009

Panikrocker an der Hantel

...Auf ihren Wunsch hin, stemmt Stephan Hanteln, spielt Minigolf und kommt um die Kniebeugen nur eben herum...
Im rheinischen Plauderton entlockt die Dame mit Pelzkäppchen und Perlenkette dem Deutschrocker allerdings auch revolutionäre Neuigkeiten. ...
„Ach, dann sind Sie dafür verantwortlisch, dat der jetzt nit mehr „Duhuuu' macht, fasst Frau Möllenbaum präzise zusammen.
Das Publikum in den Cafésesseln kringelt sich schon vor Lachen. ..
„Otto Waalkes", erzählt der Bassist, „hat, während ich mit ihm zusammenwohnte, mal eine seiner echt Goldenen Schallplatten aufgelegt -da war ganz andere Musik drauf." Solche Anekdoten und ieniedlich-naive Moderation von Frau Möllenbaum und die Actioneinlagen lassen die Zeit bei der zweiten „Talkschau" geradezu verfliegen. ...
Münstersche Zeitung Samstag, 13. Juni 2009

Jörg Adler auf der Couch

.gleich zu Beginn machte die Debütantin ihre professionelle Herangehensweise deutlich: „Ich habe einen Wecker dabei, dann weiß ich genau, wann ich auf hören muss."...
...„Ich hab dat ja noch nie jemacht", erklärte sie in breiter rheinländischer Mundart."...
Nach einer kurzen Sahnetortenpause war das Eis endgültig gebrochen, die rüstige Gastgeberin wagte einen Tanz mit ihrem Gast. „Der hat so'n richtigen Griff", rief sie sichtlich beglückt....
...Schließlich klingelte der Wecker ..."Dann überziehe ich jetzt, so wie beim Gottschalk".
Ein echter Profi eben.
Westfälische Nachrichten Freitag 15. Mai 2009

©copyright 2014 Gabi Sutter

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